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Warum liest niemand mehr Bücher?

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„Ich hol mir meine Nachrichten im Internet!“ Diese Antwort bekomme ich, wenn ich frage, welche Zeitung man lesen würde. Die gute alte Zeitung aus Papier, ob im Abo oder am Kiosk gekauft – wo ist sie hin? Texte in Spalten. Auf großen dünnen Seiten mit dem typischen Knick einer Tageszeitung. Das gehört in Zukunft der Vergangenheit an.

Genauso verhält es sich mit Büchern. Vielleicht sogar noch schlimmer. E-books ließt man heut. Digitale Buchseiten. Ohne Papier. Auf portablen Geräten, wie Notebook, iPad etc. Es soll sogar Menschen geben, die zu Haus am PC ein E-book lesen. Da kann man doch eigentlich gleich das echte Buch in die Hand nehmen. Außerdem ist es weitaus leichter als ein Notebook etc. Aber nein, das ist von gestern. Man ließt am Computer.

Nun ja, zumindest liest man da noch selbst. Immer und immer mehr lassen sich vorlesen. Hörbücher. Gibt es auch in vielen Variationen. Von einer Person vorgelesen. Von Mehreren als Hörspiel. Mit Musik – Ohne Musik. Mit Klangeffekten – Ohne. In diesen Hörbüchern gipfelt eigentlich die Faulheit. Da ist man zu Haus und schafft es nicht mal mehr selbst zu lesen. Weils noch bequemer ist.

Für unterwegs, wenn viel laufen oder Fahrrad bzw. Auto fahren muss, sind Hörbücher eine gute Sache.

Kinder werden gar nicht erst an Bücher herangeführt. Am besten, wenn sie noch klein sind ab vor den Computer und Ruhe. Es gibt ja schließlich die tollsten Sachen im Internet. Auf der Online-Präsenz von Rocket Internet wird über die Beteiligung an panfu.de folgendes geschrieben:

Panfu ist eine virtuelle Welt in der Kinder ab 6 Jahren über ein komplexes 3D-Multiplayer-Online-Spiel spielen, chatten, vor allem aber auch lernen können.

Kinder ab 6 Jahren. Klar, gleich in jungen Jahren auf Sucht und Dauerkonsum vorbereiten. Um so schneller werden die Augen viereckig. In der Anzeige kommt das wichtigste, wie immer, zum Schluss. Vor allem aber auch lernen. Natürlich, was sonst. „M: Und was hast du heut gelernt? K: Wie ich die virtuelle Katze in meinem virtuellen Lebkuchenhaus blau machen kann und ihr eine Brille aufsetze! M: Oh wie schön! Das freut mich für dich!“ Nachmittags draußen spielen wäre heute für die meisten Kinder sowieso Neuland.

Wieder etwas Kostbares für das Leben dazu gelernt.

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3 Comments

  1. ruedigerhajo 18. August 2010 at 14:17 - 

    Da ich keine Kinder habe und sich das so schnell auch nicht ändern soll und ich keine Audio-Bücher höre nur zu den ersten beiden Absätzen:
    Morgens fehlt mir die Zeit zum lesen einer Zeitung. Ich hatte mal die FAZ (kriegt man als Student recht günstig) und habe vielleicht wenn man alles zusammen zählt zum Frühstück eine Seite gelesen. Abends ist die Zeitung auch schon wieder veraltet.
    Wenn die ganzen Kinderkrankheiten beseitigt sind, man mir die Bücher nicht remote löschen kann, es eine Verleihmöglichkeit gibt usw. wüsste ich nicht, warum ich nicht auf einen eBook-Reader umsteigen sollte.