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Wenn Politikerfrauen die Dinge neu erfinden…

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„Meiner Meinung nach gibt es insofern einen Zusammenhang zwischen der Sexualisierung unserer Gesellschaft und sexueller Gewalt, als dass die suggestiven, stark sexuell aufgeladenen Bilder, mit denen Mädchen und Jungen heute aufwachsen, eine gesunde Beziehung zum eigenen Körper und eine gute Wahrnehmung der eigenen Grenzen erschweren“

Heißt wohl soviel wie: Fast das gesamte Fernsehen, Musik, Werbung, ja eigentlich alle audiovisuellen Eindrücke heute, versauen die Kinder und Jugendlichen.

Wow! Ein Genie-Streich von der Frau des Verteidigungsministers, Stephanie zu Guttenberg. Allerdings gibt es diesen so genannten „sex-chic“ schon seit vielen Jahren. Mit „sex-chic“ ist gemeint, wenn sich Frauen halb-nackt in irgendwelchen Musikvideos rumräkeln. Beste Beispiele sind Madonna und Lady Gaga. In ihrem Buch zu sexuellem Missbrauch „Schaut nicht weg!“ schreibt die studierte Betriebswirtschaftlerin auch über diese kritisierten Themen.

Bei Phänomenen wie der Sängerin Lady Gaga kann man ihr wirklich Recht geben. Allerdings hört Frau zu Guttenberg nicht bei den Musik-Diven auf. Besonders über Heidi Klum’s „Talentsuche“ Germanys Next Topmodel äußerte sich die Politikerfrau sehr kritisch.

„Guttenberg bezweifelt, dass Grundschülerinnen wirklich schon einschätzen könnten, „dass die exzessive sexualisierte Körperlichkeit ihrer großen Vorbilder Klum und Gaga nichts mit ihnen zu tun hat.“

heißt es beim Stern Online

Tja, vielleicht sollte die Show dann nur noch mit Strickjacken und Overalls gestaltet werden, da es augenscheinlich viel zu viel Haut zu sehen gibt. Genau das macht das Model-Business ja aus – langweilige unattraktive Dinge. Ein bißchen Haut gehört schon dazu.

Und Grundschulmädchen als Zuschauerinnen der Show klingt doch wohl etwas übertrieben. Wieviele sollen das sein? An meine Grundschulzeit zurück gedacht, kann ich mich nicht erinnern zu diesen Sendezeiten noch Fern geschaut zu haben. Also liegt es wohl doch bei den Eltern?

Und warum sollte man Mädchen (Mädchen meint jetzt Jugendliche) ihrer Träume berauben, indem man sie die Casting-Show nicht anschauen lassen würde. Kann das nicht auch ein Ansporn sein? ich glaube auch kaum, dass sich jedes Mädel sofort damit identifiziert und an Models den Maßstab setzt. Was die Sache mit Topfigur (Schlankheit) angeht ist sicher eine andere Geschichte, die man aber nicht beiseite legen darf.

Zu Guttenbergs Engagement ist eine sehr gute Sache aber vielleicht sollte dabei nicht der Unterhaltungswert sehr vieler Menschen in Mitleidenschaft gezogen werden. Keine Ahnung wie die Kinder des Verteidigungsministers erzogen wurden, aber ich würde meinen Kindern (ab 12-13 Jahren vielleicht) die Casting-Show nicht verbieten. Denn mit Pornografie hat Germany’s Next Topmodell noch lange nichts zu tun!

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